Archiv der Kategorie 'dies & das'

Neue Enzyklika Caritas in veritate

heute ist die neue Enzyklika „Caritas in veritate“ von Papst Benedikt XVI. auf Deutsch erschienen. Für alle die nicht die Zeit finden alle 73 Seiten zu lesen hier für den ganz schnellen Überblick mit wordle.net in eine Tag Cloud verwandelt:

wordle caritas in veritate

eine größere Version auch zum ausdrucken gibts hier

Die Toscana Deutschlands

…ich weiß es gibt viele Orte die dies von sich behaupten, aber wenn es für einen stimmt, dann wirklich das Markgräflerland.  Natürlich ist auch an Freiburg und der Regio nicht alles so toll, wie es von Reiseführern und Einheimischen gerne behauptet wird, z.B. das Wetter, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten, war in Franken einfach schöner und vor allem war der Himmel so viel blauer. Aber zurück zur Toscana: Wer einmal aus dem Schwarzwald herunter ins Markgräflerland gefahren ist, der weiß,  wovon ich rede. So müssen sich die ersten Germanen gefühlt haben als sie über die Alpen nach Italien kamen. Eine Ebene voller Wein, Wärme, Obst und gutem Essen und abends versinkt im Westen, in allen Rot- und Rosatönen die der Himmel kennt, die Sonne in Frankreich hinter den Vogesen.

Vor allem das gute Essen muss man erwähnen. Wenn für mich armen Menschen, der ich in Nordhessen groß werden musste, schon Franken mit seinen netten Landgasthöfen ein kulinarisches Paradies war, dann ist das Markgräflerland so etwas wie das Paradies für die oberen 10 000. Da man gar nicht alle schönen Dinge aufzählen kann die es hier zu entdecken gibt und jeder ja auch nocht etwas selbst erleben soll, hier nur ein Tip für alle die gut und regional essen möchten: Der Pfaffenkeller in Wollbach der etwas andere Bio-Hofladen & Bio-Restaurant. Ein wirklich lohnendes Ziel für einen Ausflug.

Erdbeben

heute Nacht habe ich in Freiburg mein erstes Erdbeben erlebt. Sehr komisches Gefühl, vor allem wenn man das nicht kennt und erst einmal nicht weiß was los ist. Fühlte sich ein bisschen an als wäre ein LKW in unser Haus gefahren und das ganze Haus irgendwie in Bewegung.

Das  baden-württembergische Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau  (LGRB) meldet ein Erdbeben der Stärke 4,5 und das ist für die Region gar nicht so wenig wenn man sich die Vergleiswerte der letzten Erdbeben anschaut (http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb//Fachbereiche/erdbebendienst/erdbebenmeldung).

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Seismogramm des Erdbebens vom LGRB

Größere Schäden scheint es jedoch weder in meiner Wohnung noch in der Region zu geben, trotz  des nach einem  Bericht des SWR (veröffentlicht am 05.05.2009 auf seiner Internetseite) “vergleichsweise starken Bebens“.

„Mehr als Strukturen…“ Der Beitrag der verbandlichen Caritas in den pastoralen Räumen

 

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Bischof Dr. J. Wanke

„Pastoral und Caritas – das Atmen der Kirche auf zwei Lungenflügeln“. So beschrieb Bischof Dr. Joachim Wanke das Verhältnis der beiden zueinander bei seinem Eröffnungsvortrag am 02. April auf dem Fachtag der Caritas in Frankfurt am Main.

Anlass der Tagung war ein Impulspapier indem die verbandliche Caritas formuliert welchen Beitrag sie in den in den pastoralen Räumen leisten möchte. Damit reagiert sie auf die Entwicklungen und Herausforderungen die die pastorale Umstrukturierung in vielen Diözesen Deutschlands mit sich bringt.

Dass das Thema aktuell und wichtig ist, bewiesen nicht zuletzt die mehr als zweihundert Teilnehmer/innen aus allen Bereichen der Kirche.

 

Es ging an diesem Tag vor allem um die Weiterentwicklung von Impulsen. Good-Practice-Beispiele der gelungenen Zusammenarbeit von verbandlicher Caritas und Pastoral machten Mut eigene Konzepte zu entwickeln. Daneben diskutierten die Teilnehmer/innen in Foren was die verschiednen Akteure zur Stärkung der Zusammenarbeit beitragen können.

 

Deutlich wurde aber auch, dass trotz aller Auf- und Umbrüche Caritas und Pastoral noch einen langen Weg vor sich haben. Die Situationen in den einzelnen Bistümern, Seelsorgeeinheiten, Ortspfarreien und caritativen Einrichtungen sind so unterschiedlich, dass es Patentlösungen nicht geben kann. Wie das Miteinander konkret aussehen soll, muss vor Ort ausgehandelt werden. Dafür braucht es vor allem viel Sensibilität für die Nöte und Belange des anderen, denn nicht jeder „alte Zopf“ lässt sich einfach und ohne Schmerzen abschneiden.

 

Als Fazit bleibt die Formulierung Bischof Wankes: „Wenn unsere Pfarrseelsorge in den geweiteten Räumen caritativer – und die Caritas „pastoral musikalischer“ wird, kann das beiden nur gut tun. Und noch mehr wird es den Menschen gut tun, die davon den Nutzen haben.“

 

Weitere Infos zum Fachtag, sowie die Reden und Good-Practice-Beispiele unter: www.caritas.de/pastoralraum

Nato Demonstrationen

jetzt ist der Nato-Gipfel also vorbei, die Politiker, Demonstranten und unzählige Polizisten sind wieder abgezogen. Was noch ein paar Tage bleibt sind die Bilder im Fernsehen und die Diskussionen über den Polizeieinsatz. Hier in Freiburg war man nah dran am Geschehen. Klar Kehl, Straßbourg und die berühmte Rheinbrücke sind noch einige Kilometer weit weg, aber dafür hatten wir ja im Vorfeld unsere eigene Anti-Nato-Demo. Die hat für viel Aufsehen gesorgt bevor sie überhaupt begonnen hatte, „Vier Tage vor Nato-Gipfel Chaoten-Krieg in Freiburg?“ titelte die Bild Zeitung am 28.03.2009. Zum Chaoten-Krieg ist es nicht gekommen, die Demo verlief im Großen und Ganzen friedlich. Die  Polizei fand Ansprechpartner und auch in der Routenplanung waren Kompromisse möglich (vgl: Badische Zeitung vom 07. April 2009).

Warum also noch darüber schreiben? Vielleicht weil ich noch kein halbes Jahr in Freiburg wohne und noch nie in meinem Leben so viel Polizei gesehen habe. Erst die Demo gegen das Versammlungsgesetz vor einigen Wochen und jetzt die Anti-Nato-Demo und jedes Mal großer Polizeieinsatz. Ist das ein Zeichen für mehr Offenheit in Baden-Württemberg, sind die Bürger hier wacher und kritischer und demonstrieren darum auch mehr oder lebt man hier doch in einem Polizeistaat, oder vielleicht beides? Traurig wenn das eine die Folge des anderen wäre. Ich war bei keiner der beiden Demos Teilnehmer, ich möchte auch keine Steinwerfer u.ä. und dennoch wenn ich die hochaufgerüsteten Polizisten sehe, stellt sich bei mir kein Gefühl von Sicherheit ein. Vielleicht, weil sie ein Zeichen dafür sind, dass es in unserer Gesellschaft  Menschen gibt, die ihre Werte nicht bejahen, die friedliche Demos benutzen weil sie Spaß an Krawall und Zerstörung haben. Ihnen geht es nicht um Demokratie, sondern um Gewalt. Angst macht mir aber vor allem der Eindruck, dass wir keine bessere Antwort für Verteidigung von Demokratie und Freiheit haben, als im Ernstfall ebenso mit Gewalt zu reagieren.

und noch einmal Fastnacht

Morgestraich

Sujetlaternen beim Morgestraich

Schön wenn man Schweizer Nachbarn hat. Dann gibt es nicht nur direkte Demokratie, Alpen und guten Käse vor der Tür, sondern auch noch Karneval wenn bei uns schon alle fasten müssen. In Basel geht es eine Woche nach Aschermittwoch erst so richtig los. Der Grund dafür liegt im Konzil von Benvent 1091, an dem die Fastenzeit um 6 Tage vorverschoben wurde, ein Beschluss den die Basler bis heute ignorieren. Zum Glück, denn dass gibt uns die Möglichkeit noch ein bisschen mehr Fastnacht zu erleben.

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Clique mit Pfeifen

Das haben wir natürlich genutzt und sind am Sonntag nach Basel gefahren um tapfer um 3.00 Uhr in der Nacht aufzustehen um um 4.00 Uhr den Morgestraich zu erleben. Ein eindrucksvolles Schauspiel, bei dem die Lichter der Stadt gelöscht werden und die Cliquen mit ihren Trommeln, Pfeifen und Laternen in langsamen Wiegeschritt durch die Stadt ziehen. Und da es ja nicht der erste Besuch bei der Basler Fastnacht war, kannten wir uns dieses mal auch schon mit den Traditionen aus und waren natürlich im Anschluss Mehlsuppe und Käsewähe essen. Viel schöner ist aber eigentlich der Morgen danach, wenn alle noch müde aus den Betten kriechen oder auch gerade erst hineingehen und man gemütlich in der Stadt Kaffee trinkt, während immer wieder versprengte Gruppen von Trommlern und Pfeifern an einem vorbeiziehen. Die ganze Atmosphäre hat etwas sehr Unwirkliches (Fotos hier), dass sich erst auflöst wenn gegen 13.00 Uhr der Cortège beginnt (Fotos hier).basel-wagen2 Hierbei erfreut mich immer wieder die schöne Tradition Obst und vor allem Blumen zu verteilen. Mit armen voller Rosen und Mimosen und Taschen voll mit Orange und Süßigkeiten sind wir dann am späten Nachmittag nach Freiburg zurückgekehrt. Schade eigentlich, denn die Schweizer feierten noch zwei Tage weiter, aber nächstes Jahr gibt es ja auch wieder Fastnacht. Wann die sein wird? Kein Problem, dafür gibt es den Fastnachts-Rechner.
Alle weiteren Infos zur Fastnacht unter: www.fastnachts-comite.ch

„un wenn dat Trömmelche jeht …

… dann ston mer all parat … “ Na ja vielleicht nicht alle, es soll ja immer noch diese armen Menschen geben die sich Karnevalsmuffel nennen und denen die ganze Veranstaltung peinlich ist. Kann man von mir nicht behaupten, der rheinische Teil meines Ichs wird immer jecker je näher die tollen Tage rücken und da lasse ich mich auch nicht von abhalten, egal wo es mich hinverschlägt. In diesem Jahr war es Rosenmontag in Freiburg und damit meine Begegnung mit der alemannischen Fastnacht. Kein Problem, denn es gilt „da sin mer dabei, dat is prima“ und Hauptsach de Zoch küt.  Statt Kamelle und Schnäpsken (damit sind sie hier sehr sparsam) gab es also Häs und Larven, zerwühlte Haare und geraubte Frauen… 

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und statt Helau und Alaaf rufen wir dann halt „ Narri! Narro!“

Weiberfastnacht

dscn05332heute um 11.11 Uhr ist es soweit die Hochstage der 5. Jahreszeit fangen an und zwar mit Altweiber oder auch Weiberfastnacht. Überall im Land müssen dann Männer um ihre Krawatten fürchten die ihnen von den Frauen (im Rheinland Möhnen genannt, Bezeichnung für verheiratete Frauen) abgeschnitten werden dürfen. Diese karnevalistische Tradition hat aber wie die meisten Bräuche auch einen ernsteren Hintergrund und der liegt vermutlich in der Nähe von Bonn.

In Bonn-Beul sollen im 19. Jahrhundert die Waschfrauen dagegen aufbegehrt haben, dass nur ihre Männer zum Straßenkarneval dürfen. Eines Tages, als diese mal wieder Richtung Köln aufbrachen, trafen sie sich und beschlossen ihr eigenes Fest zu feiern. Das war die Geburtsstunde der Weiberfastnacht. Diese Frauen hatten meist ein beschwerliches Leben, harte Arbeit, Haushalt, viele Kinder, Armut. Es ist bewundernswert, dass sie den Mut fanden gegen diese alltägliche Tristesse und ihre Männer aufzubegehren und sich ein Stück närrische Verrrücktheit in den Alltag zu holen. Wegen dieser mutigen Waschfrauen ist die Weiberfastnacht auch ein Fest der Emanzipation und der Tatsache, dass das Leben nicht nur aus Arbeit und Mühsal besteht. Das sollte doch Grund genug sein heute ausgelassen in die närrischen Tage zu starten. Helau und Alaaf!

Mehr zu den Beuler-Waschfrauen unter: www.bnlog.de/index.php/archiv/2009/02/18/revolte-der-waschfrauen-seit-185-jahren-feiern-moehnen-in-bonn-beuel-weiberfastnacht/

auf den Hund gekommen …

mein Fund-Hund

mein Fund-Hund

„Ich mag gar keine Hunde“, das habe ich immer behauptet und das stimmte auch bis heute. Heute hat mich dieser Hund eines Besseren belehrt, als er mich auf der Straße zu seinem neuen Besitzer auserkoren hat.

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Keine Sorge, ich habe auch jetzt noch keinen Hund, er hat nur einige Stunden bei mir verbracht. Wie es sich gehört habe ich die Polizei angerufen und die haben ihn ins Tierheim gebracht, wo ihn hoffentlich liebe Besitzer abholen, die ihn schon ganz arg vermissen.  Und wenn ihn keiner holt? Wer weiß, vielleicht bin ich dann demnächst doch auf den Hund gekommen…

auch ich …

auch ich … mit diesem Satz fangen berühmte Bücher an („Auch ich in Arkadien“). So hoch will ich aber nicht gleich greifen, also weder ein Buch schreiben noch berühmt werden. Was dann? Erst einmal einfach anfangen, der Rest wird sich schon zeigen mit der Zeit.