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und noch einmal Fastnacht

Morgestraich

Sujetlaternen beim Morgestraich

Schön wenn man Schweizer Nachbarn hat. Dann gibt es nicht nur direkte Demokratie, Alpen und guten Käse vor der Tür, sondern auch noch Karneval wenn bei uns schon alle fasten müssen. In Basel geht es eine Woche nach Aschermittwoch erst so richtig los. Der Grund dafür liegt im Konzil von Benvent 1091, an dem die Fastenzeit um 6 Tage vorverschoben wurde, ein Beschluss den die Basler bis heute ignorieren. Zum Glück, denn dass gibt uns die Möglichkeit noch ein bisschen mehr Fastnacht zu erleben.

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Clique mit Pfeifen

Das haben wir natürlich genutzt und sind am Sonntag nach Basel gefahren um tapfer um 3.00 Uhr in der Nacht aufzustehen um um 4.00 Uhr den Morgestraich zu erleben. Ein eindrucksvolles Schauspiel, bei dem die Lichter der Stadt gelöscht werden und die Cliquen mit ihren Trommeln, Pfeifen und Laternen in langsamen Wiegeschritt durch die Stadt ziehen. Und da es ja nicht der erste Besuch bei der Basler Fastnacht war, kannten wir uns dieses mal auch schon mit den Traditionen aus und waren natürlich im Anschluss Mehlsuppe und Käsewähe essen. Viel schöner ist aber eigentlich der Morgen danach, wenn alle noch müde aus den Betten kriechen oder auch gerade erst hineingehen und man gemütlich in der Stadt Kaffee trinkt, während immer wieder versprengte Gruppen von Trommlern und Pfeifern an einem vorbeiziehen. Die ganze Atmosphäre hat etwas sehr Unwirkliches (Fotos hier), dass sich erst auflöst wenn gegen 13.00 Uhr der Cortège beginnt (Fotos hier).basel-wagen2 Hierbei erfreut mich immer wieder die schöne Tradition Obst und vor allem Blumen zu verteilen. Mit armen voller Rosen und Mimosen und Taschen voll mit Orange und Süßigkeiten sind wir dann am späten Nachmittag nach Freiburg zurückgekehrt. Schade eigentlich, denn die Schweizer feierten noch zwei Tage weiter, aber nächstes Jahr gibt es ja auch wieder Fastnacht. Wann die sein wird? Kein Problem, dafür gibt es den Fastnachts-Rechner.
Alle weiteren Infos zur Fastnacht unter: www.fastnachts-comite.ch

„un wenn dat Trömmelche jeht …

… dann ston mer all parat … “ Na ja vielleicht nicht alle, es soll ja immer noch diese armen Menschen geben die sich Karnevalsmuffel nennen und denen die ganze Veranstaltung peinlich ist. Kann man von mir nicht behaupten, der rheinische Teil meines Ichs wird immer jecker je näher die tollen Tage rücken und da lasse ich mich auch nicht von abhalten, egal wo es mich hinverschlägt. In diesem Jahr war es Rosenmontag in Freiburg und damit meine Begegnung mit der alemannischen Fastnacht. Kein Problem, denn es gilt „da sin mer dabei, dat is prima“ und Hauptsach de Zoch küt.  Statt Kamelle und Schnäpsken (damit sind sie hier sehr sparsam) gab es also Häs und Larven, zerwühlte Haare und geraubte Frauen… 

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und statt Helau und Alaaf rufen wir dann halt „ Narri! Narro!“

Weiberfastnacht

dscn05332heute um 11.11 Uhr ist es soweit die Hochstage der 5. Jahreszeit fangen an und zwar mit Altweiber oder auch Weiberfastnacht. Überall im Land müssen dann Männer um ihre Krawatten fürchten die ihnen von den Frauen (im Rheinland Möhnen genannt, Bezeichnung für verheiratete Frauen) abgeschnitten werden dürfen. Diese karnevalistische Tradition hat aber wie die meisten Bräuche auch einen ernsteren Hintergrund und der liegt vermutlich in der Nähe von Bonn.

In Bonn-Beul sollen im 19. Jahrhundert die Waschfrauen dagegen aufbegehrt haben, dass nur ihre Männer zum Straßenkarneval dürfen. Eines Tages, als diese mal wieder Richtung Köln aufbrachen, trafen sie sich und beschlossen ihr eigenes Fest zu feiern. Das war die Geburtsstunde der Weiberfastnacht. Diese Frauen hatten meist ein beschwerliches Leben, harte Arbeit, Haushalt, viele Kinder, Armut. Es ist bewundernswert, dass sie den Mut fanden gegen diese alltägliche Tristesse und ihre Männer aufzubegehren und sich ein Stück närrische Verrrücktheit in den Alltag zu holen. Wegen dieser mutigen Waschfrauen ist die Weiberfastnacht auch ein Fest der Emanzipation und der Tatsache, dass das Leben nicht nur aus Arbeit und Mühsal besteht. Das sollte doch Grund genug sein heute ausgelassen in die närrischen Tage zu starten. Helau und Alaaf!

Mehr zu den Beuler-Waschfrauen unter: www.bnlog.de/index.php/archiv/2009/02/18/revolte-der-waschfrauen-seit-185-jahren-feiern-moehnen-in-bonn-beuel-weiberfastnacht/

Einblicke I.

da ich ja Ein- & Ausblicke versprochen habe, hier ein paar Einblicke in mein Zimmer:

auf den Hund gekommen …

mein Fund-Hund

mein Fund-Hund

„Ich mag gar keine Hunde“, das habe ich immer behauptet und das stimmte auch bis heute. Heute hat mich dieser Hund eines Besseren belehrt, als er mich auf der Straße zu seinem neuen Besitzer auserkoren hat.

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Keine Sorge, ich habe auch jetzt noch keinen Hund, er hat nur einige Stunden bei mir verbracht. Wie es sich gehört habe ich die Polizei angerufen und die haben ihn ins Tierheim gebracht, wo ihn hoffentlich liebe Besitzer abholen, die ihn schon ganz arg vermissen.  Und wenn ihn keiner holt? Wer weiß, vielleicht bin ich dann demnächst doch auf den Hund gekommen…

Dienst – nicht Geschäft! Christliche Fundamentalia einer sozialen Arbeit im Kontext zunehmender Kapitalisierung

Unter diesem Titel fand vom 08.02 bis 10.02 das 7. Werkstattgespräch der Theolog(inn)en in der sozialen Arbeit statt. Eingeladen hatte Das Institut für Praktische Theologie der PTH Benediktbeuren und der Arbeitskreis „Theolog(inn)en in caritativen Einrichtungen und Verbänden“ in Bayern.

 

Das Programm startete am Montagabend mit einem Filmimpuls „Das Beste kommt zum Schluss“. Der Dienstagmorgen begann dann mit dem Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Clemens Albrecht (Koblenz) zum Thema „Caritas als Verteilungseffizienz? Zur Ökonomisierung des Sozialen“. Albrecht wies auf die wichtige soziologische Differenzierung von Institution und Organisation hin. Institutionen unterscheiden sich von Organisationen vor allem durch die Vorgabe einer Leitidee, die einem wertrationalem Handeln dient. Als entscheidendes Proprium der Caritas zeigte Albrecht die „Zuwendung“ auf und erklärte sie damit im soziologischen Sinne zu einer Institution jedoch mit großen organisationalen Anteilen. Mit der Expansion des ökonomischen Subsystems auch im Bereich der Wohlfahrt verschärft sich dieses Dilemma. Caritas, so Albrecht, „erzeugt über den Markt den Anschein von Verteilungsgerechtigkeit, wo das Ungenügen unsere menschliche Lage ausmacht“. Sein Lösungsvorschlag wäre entweder, die anarchische Unterwanderung, oder die die Herausarbeitung der systemeigenen Optimierungsrationalität. Die sieht er nicht in der Professionalisierung, denn Professionalität gibt es genauso außerhalb der Caritas sondern in der Rückbesinnung auf die Leitidee „Zuwendung“ auch wenn das eine Begrenzung der Zuwendungsfälle bedeuten würde.

Im zweiten Vortrag des Tages widmete sich der Theologe Prof. Dr. Ottmar Fuchs (Tübingen) dem Thema „Treuer Gott – Teure Caritas. Theologische Fundamentalia helfenden Dienstes.“ Auch Fuchs wandte sich dem Begriff der „Zuwendung“ zu und zeigte anhand der Rechtfertigungslehre die unbedingte Liebe Gottes zu allen Menschen auf. Als besonderes Vorbild solch einer gelebten Zuwendung wies er auf Elisabeth von Thüringen hin. Ihr sei es gelungen diese Liebe an die Menschen weiterzugeben und das nicht als Pflicht sondern als Bedürfnis aus sich selbst heraus so Fuchs.

 

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Fundamentalia christlichen Helfens im Widerstreit mit ökonomischen Zwängen“ in vier Workshops nahmen die Teilnehmer die Bereiche: Beratungsdienste, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Pflege genauer in den Blick. Die Ergebnisse der Arbeitskreise wurden anschließend mit Vertretern der Entgelt-Seite (Kassen, Bezirk, Sozialpolitik) diskutiert.

 

Der Dienstag widmete sich der Vorarbeit für eine Benediktbeurer Erklärung. Noch einmal wurden die vier Arbeitsfeldern der Caritas um die es schon am Vortag ging in den Blick genommen. Ebenfalls in Kleingruppen wurden die Probleme und Herausforderungen vertieft diskutiert. Die Teilnehmer erarbeiteten Thesen die sie dem AK Theolog(inn)en  für die Erarbeitung der Erklärung mit auf den Weg gaben.

auch ich …

auch ich … mit diesem Satz fangen berühmte Bücher an („Auch ich in Arkadien“). So hoch will ich aber nicht gleich greifen, also weder ein Buch schreiben noch berühmt werden. Was dann? Erst einmal einfach anfangen, der Rest wird sich schon zeigen mit der Zeit.

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