Unter diesem Titel fand vom 08.02 bis 10.02 das 7. Werkstattgespräch der Theolog(inn)en in der sozialen Arbeit statt. Eingeladen hatte Das Institut für Praktische Theologie der PTH Benediktbeuren und der Arbeitskreis „Theolog(inn)en in caritativen Einrichtungen und Verbänden“ in Bayern.
Das Programm startete am Montagabend mit einem Filmimpuls „Das Beste kommt zum Schluss“. Der Dienstagmorgen begann dann mit dem Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Clemens Albrecht (Koblenz) zum Thema „Caritas als Verteilungseffizienz? Zur Ökonomisierung des Sozialen“. Albrecht wies auf die wichtige soziologische Differenzierung von Institution und Organisation hin. Institutionen unterscheiden sich von Organisationen vor allem durch die Vorgabe einer Leitidee, die einem wertrationalem Handeln dient. Als entscheidendes Proprium der Caritas zeigte Albrecht die „Zuwendung“ auf und erklärte sie damit im soziologischen Sinne zu einer Institution jedoch mit großen organisationalen Anteilen. Mit der Expansion des ökonomischen Subsystems auch im Bereich der Wohlfahrt verschärft sich dieses Dilemma. Caritas, so Albrecht, „erzeugt über den Markt den Anschein von Verteilungsgerechtigkeit, wo das Ungenügen unsere menschliche Lage ausmacht“. Sein Lösungsvorschlag wäre entweder, die anarchische Unterwanderung, oder die die Herausarbeitung der systemeigenen Optimierungsrationalität. Die sieht er nicht in der Professionalisierung, denn Professionalität gibt es genauso außerhalb der Caritas sondern in der Rückbesinnung auf die Leitidee „Zuwendung“ auch wenn das eine Begrenzung der Zuwendungsfälle bedeuten würde.
Im zweiten Vortrag des Tages widmete sich der Theologe Prof. Dr. Ottmar Fuchs (Tübingen) dem Thema „Treuer Gott – Teure Caritas. Theologische Fundamentalia helfenden Dienstes.“ Auch Fuchs wandte sich dem Begriff der „Zuwendung“ zu und zeigte anhand der Rechtfertigungslehre die unbedingte Liebe Gottes zu allen Menschen auf. Als besonderes Vorbild solch einer gelebten Zuwendung wies er auf Elisabeth von Thüringen hin. Ihr sei es gelungen diese Liebe an die Menschen weiterzugeben und das nicht als Pflicht sondern als Bedürfnis aus sich selbst heraus so Fuchs.
Der Nachmittag stand unter dem Motto „Fundamentalia christlichen Helfens im Widerstreit mit ökonomischen Zwängen“ in vier Workshops nahmen die Teilnehmer die Bereiche: Beratungsdienste, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Pflege genauer in den Blick. Die Ergebnisse der Arbeitskreise wurden anschließend mit Vertretern der Entgelt-Seite (Kassen, Bezirk, Sozialpolitik) diskutiert.
Der Dienstag widmete sich der Vorarbeit für eine Benediktbeurer Erklärung. Noch einmal wurden die vier Arbeitsfeldern der Caritas um die es schon am Vortag ging in den Blick genommen. Ebenfalls in Kleingruppen wurden die Probleme und Herausforderungen vertieft diskutiert. Die Teilnehmer erarbeiteten Thesen die sie dem AK Theolog(inn)en für die Erarbeitung der Erklärung mit auf den Weg gaben.
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